Sagt wo’s hakt!

Was tut man nicht alles, um möglichst authentisch zu wirken. Gerade in Zeiten des offenen sozial genetzwerkelten Diskurses ist Authentizität das Schlagwort. Doch Vorsicht!

These: Ehrlich tun heißt nicht erhlich sein. Wer es ernst meint, soll die Karten ruhig auf den Tisch legen.

Zu oft wird von Authentizität geredet. Zu selten wird sie praktiziert. Ein Beispiel sind die vielen O-Töne von Mitarbeitern. Nach Dutzenden solcher Protraits, ob geschrieben oder gefilmt, beschleicht einen das Gefühl, die Welt sei voll von wunderbaren Arbeitgebern, die nur so vor Dynamik, Teamgeist, Herausforderung und natürlich Marktführerschaft strotzen. Dabei bleibt ein fader Nachgeschmack: Authentizität verkommt zum Lippenbekenntnis.

Ist es im Rahmen kommunikativer Kapriolen nicht wohltuend, wenn jemand einfach mal sagt wie es ist? Und genau deshalb Größe beweist. Ist es in Zeiten, in denen man von Nichtigkeiten im 24/7-Modus überflutet wird, nicht hilfreich, mal eine wirklich interessante – und relevante –  Information zu erhalten? Interessant, weil sie gerade nicht so rosarot gefärbt ist, wie es sich Marketingstrategen wünschen? Und wie es Zielgruppen unterstellen.

Es ist doch ganz einfach: Ehrlich währt am längsten. Und echte Ecken und Kanten hatten schon immer mehr Bestand als weichgespültes Kauderwelsch.

Deswegen wird man sich auch eher an die Stellenausschreibung von Ärzte ohne Grenzen erinnern, als an das übliche – authentische – Anzeigengewäsch.

Plakat_AerzteohneGrenzen

Quelle: http://www.ingohoentschke.de/index.html

Wenn schon authentisch, dann richtig. Das zeugt von Mut, Rückgrat und nimmt den Betrachter ernst.

Oder wie sehen Sie das?

3 Gedanken zu “Sagt wo’s hakt!

  1. Ein sehr guter Artikel, der es auf den Punkt bringt. Ehrlichkeit? Es sollte vielmehr Glaubwürdigkeit sein, die Unternehmen nach Außen strahlen. Aber das ist sicherlich eine Herausforderung…..

  2. Hallo Herr Vetter!
    In der Tat – das ist eine Herausforderung. Weil Glaubwürdigkeit eben auch bedeutet, ehrlich zu sich selbst zu sein. Und im Übrigen glaube ich, dass Generation Y und folgende Ehrlichkeit zu schätzen wissen. Auf „reine Werbung“ lassen diese Zielgruppen sich nicht mehr ein. Und Transparenz wächst dank digitaler Medien/sozialer Netzwerke.

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